Herdenimmunität als Weg aus der Pandemie: Wie FFP2-Masken dabei helfen

In allen Regionen Deutschlands sinken die Inzidenzzahlen. Laut Robert Koch Institut (RKI) liegen diese am heutigen 2. Juni in allen Bundesländern unter dem Wert von 50. Laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn laufe die Impfkampagne auf Hochtouren, so dass erste Effekte zu sehen sind. 42 Prozent aller Deutschen haben bereits die erste Schutzimpfung gegen das Coronavirus erhalten. Die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA hat am 28. Mai 2021 den Impfstoff von BioNTech/Pfizer auch für Kinder ab 12 Jahren zugelassen. 
Die sich abzeichnende Richtung raus aus der Pandemie ist ebenso das Resultat individuellen Verzichts: sich testen und impfen lassen, vorsichtig und umsichtig handeln. RKI-Präsident Prof. Dr. Lothar H. Wieler rief die Bevölkerung trotz des positiven Trends dazu auf, sich weiter an die AHA-Regeln zu halten und auch die Impfangebote wahrzunehmen. Erst bei einer 80 prozentigen Impfquote bzw. Immunität der Bevölkerung ist es möglich, auf alle Maßnahmen zu verzichten. Doch was bedeutet dies nun für die Maskenpflicht, die Bestandteil der AHA-Regeln ist? Und welche Vorteile hat das Tragen von medizinischen oder partikelfiltrierenden Masken. Wo können FFP2-Masken schützen?

FFP2-Masken als wirksamer Ansteckungsschutz

Seit mehreren Monaten gehört das Tragen einer Maske zu unserem Alltag dazu. Zu Beginn der Pandemie griffen viele Menschen zu sogenannten Alltags- oder Community-Masken. Im weiteren Verlauf der Pandemie kam es zu einer Tragepflicht von medizinischen Masken (z.B. der klassische OP-Schutz) oder partikelfiltrierenden Masken (z.B. FFP2-/FFP3-Masken). Das Coronavirus wird neben einer Tröpfcheninfektion hauptsächlich über Aersole übertragen. Infizierte geben beim Husten oder Niesen feine Tröpfchen ab, die Viruspartikel in sich tragen. Gelangen die dann über die Luft in die Schleimhäute von anderen Menschen, können sich diese Personen infizieren. Medizinische Masken oder gar FFP2-Masken helfen dabei, die Tröpfchen weitestgehend zurückzuhalten und beugen somit einer Infektion vor.

Vor allem an Orten, wo viele Menschen aufeinander treffen, bietet die Maskenpflicht einen zusätzlichen Schutz: im öffentlichen Nahverkehr, beim Einkaufen, in Arztpraxen, Krankenhäusern, Alten- oder Pflegeheimen, kurz gesagt in allen geschlossenen Räumlichkeiten. Viele Wissenschaftler betonten nach wie vor, dass das Tragen von medizinischen oder FFP2-Masken das Risiko senke, sich oder andere mit dem Coronavirus anzustecken.

Herdenimmunität – Was bedeutet das?

Mit Voranschreiten der Impfkampagne tauchte der Begriff der Herdenimmunität immer häufiger auf. Der Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité schätzt, dass die deutsche Bevölkerung ungefähr in den nächsten eineinhalb Jahren gegen das Coronavirus immun sein wird. Doch was steckt hinter diesem Begriff? Die forschenden Pharma-Unternehmen vfa sprechen von Herdenimmunität oder auch Herdenschutz, „wenn eine Gruppe von Personen oder Tieren davor geschützt ist, dass aus der Infektion von wenigen die Ansteckung von vielen weiteren resultiert. Sie wird erzielt, wenn so viele in der Gruppe durch Impfung (oder frühere Erkrankung) immun gegen die Krankheit geworden sind, dass jede Infektionskette schnell wieder abbricht. So kann sich die Krankheit nicht weiter ausbreiten und auch Nicht-Geimpfte sind geschützt.” Im Podcast Coronavirus-Update vom NDR schlussfolgerte Christian Drosten: „Dieses Virus wird endemisch werden, das wird nicht weggehen. Und wer sich jetzt beispielsweise aktiv dagegen entscheidet, sich impfen zu lassen, der wird sich unweigerlich infizieren.“

Herdenimmunität als Schritt aus der Pandemie

Das Risiko für geimpfte Personen ist demnach sehr gering, sich erneut mit dem Coronavirus zu infizieren. Im Epidemiologischen Bulletin des Robert Koch Instituts vom 21. Mai 2021 ist zu lesen, dass laut Studien eine verminderte Übertragbarkeit des Coronavirus durch geimpfte Personen besteht. Das bedeutet, dass vollständig Geimpfte das Virus viel seltener übertragen, auch wenn sie sich selbst noch infizieren sollten. In den USA, wo bereits 40 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft sind, hat die Gesundheitsbehörde CDC die Pflicht zum Tragen einer Maske in Innenräumen bereits für diesen Personenkreis aufgehoben.

In Deutschland haben 42 Prozent die erste Impfdosis erhalten, bereits 17 Prozent die zweite. Dies sind noch deutlich weniger Menschen, die als vollständig geimpft gelten. Dr. Christian Spinner, Virologe der TU München vom Münchner Klinikum Rechts der Isar sagte im aktuellen BR-Podcast, dass gerade in Innenräumen darum noch gewartet werden sollte, bevor die Maskenpflicht aufgehoben wird: „Solange nicht deutlich über die Herdenimmunität geimpft wurde, macht es natürlich Sinn, die Maske oder überhaupt die AHA-Regeln, Abstand, Hygiene, Alltagsmaske, weiterhin zu nutzen, um dafür zu sorgen, dass das Virus sich nicht explosionsartig weiter vermehren kann.”

Fazit: FFP2-Masken schützen insbesondere in Innenräumen

Solange in Deutschland noch keine Herdenimmunität erreicht ist, ist eine Maskenpflicht demnach weiterhin sinnvoll. Insbesondere in Krankenhäusern, wo eine erhöhte Viruskonzentration in der (Atem-)Luft zu finden ist, ist das Tragen einer FFP2-Maske immens wichtig. Um auch Menschen zu schützen, die nicht geimpft sind, sind die AHA-Regeln nach wie vor zu beachten. Darum ist es unerlässlich, einen ausreichend großen Abstand zu halten und durch regelmäßiges Lüften für neuen Frischluftanteil zu sorgen. In Innenräumen ist das Tragen von FFP2-Masken bedeutsam, da dort ein höheres Infektionsrisiko als draußen besteht. Erst wenn also ausreichend viele Menschen geimpft sind und sich die Herdenimmunität in Deutschland auf circa 80 Prozent beläuft, kann dem Tragen von Masken weniger Bedeutung zukommen.